Klosterneuburg

File 161Klosterneuburg, eine kleine Stadt in der Nähe von Wien, war einst der Sitz der Babenberger: Markgraf Leopold ließ hier zu Beginn des 12. Jahrhunderts, gleich neben seiner Burg, das Stift Klosterneuburg errichten und ernannte seinen Sohn zum Propst der noch weltlichen Kanonie.

Der Legende nach wurde das Stift Klosterneuburg an jener Stelle errichtet, an dem Leopold nach neun Jahren den verlorenen Brautschleier seiner Frau Agnes auf einem Holunderstrauch wieder gefunden hatte. 1133 berief Leopold die Augustiner-Chorherren nach Klosterneuburg, die über die Jahrhunderte das Stift zu einem Zentrum des religiösen Lebens, der Kultur und Wissenschaft ausbauten. Die romanische Kirche hat, nachdem im 17. Jahrhundert der barocke Innenraum geschaffen wurde, vielerlei Renovierungsarbeiten erlebt. 1997 wurde eine umfangreiche, fast 10 Jahre andauernde Gesamtrenovierung der Stiftskirche vorgenommen.

Gut erhalten sind der frühgotische Kreuzgang und die Friedhofskapelle von Leopold, in der sich der Altar von Nicolas von Verdun, einem Goldschmied und Emailkünstler aus Lothringen. Über den Seilenkeller und das römische Lapidarium führt ein Zugang in den gotischen Kreuzgang. Vor dem Eintritt in die Kapelle kann sich der Besucher in einem Medienraum über die Geschichte sowie über den theologischen und kunsthistorischen Hintergrund des Altars erkundigen. Die Spezialführung „Verduner Altar - Farbe aus dem Feuer“ bietet vertiefende Hintergründe zum Meisterwerk an. In dem Museum in der ehemaligen Kaiserresidenz gibt es eine wertvolle Sammlung von Gemälden und gotischen und barocken Skulpturen: besonders hervorzuheben ist die Sammlung Essl.